Achtung: Diese Webseite befindet sich im Aufbau und wird sukzessive erweitert. Derzeit sind nur allgemeine Informationen erhältlich. In Kürze wird eine Handlungsanweisung für das Arbeiten mit Bücherskorpionen erhältlich sein, welche alle Fragen rund um die Biologie der Bücherskorpione (Zucht, Fangorte, Fangmethoden etc.), sowie alle Fragen bezüglich der Integration in bestehende Bienenbeuten erläutert.

 

Die Varroamilbe, die größte Bedrohung der Honigbienen weltweit

Der Befall der westlichen Honigbiene mit Varroamilben ist in den letzten Jahrzehnten  zu einem immer stärker werdenden Problem geworden. Bereits im Jahr 2002  schätzte das Bieneninstitut Celle in einem Artikel, die Varroatose als die größte Bedrohung für die Imkerei weltweit ein. Die Varroaproblematik ist für jeden Imker spürbar angewachsen, doch die die Gründe sind vielschichtiger als auf den ersten Blick ersichtlich. So hat die Bienengesundheit (insbesondere durch Überzüchtung) derart rapide abgenommen, dass bereits im Jahre 2008 auffiel, dass zehnmal weniger Milben ausreichten, um ein Bienenvolk zu töten, als zehn Jahre zuvor (Prof. Tautz 2008).

 

Der Imker muss die Varroamilben bekämpfen !?

Bereits im Jahr 1977, als die Varroamilben erstmalig in Europa auftraten, wurden organische Säuren eingesetzt, um die Milben zu bekämpfen. Eine chemische Entmilbung scheint bis heute die sicherste Methode zu sein, um die Bienen von den Parasiten zu befreien. Doch gerade diese führt über das Darwinsche Naturgesetz "Survival of the fittest" dazu, dass nur die vitalsten, resistentesten und stärksten Milben diese Prozedur überleben und im folgenden Jahr zur Fortpflanzung kommen. Auf diese Art und Weise züchten Imker sich einen immer stärker werdenden Schädling heran.

Wenn man keine Chemie nimmt, dann sterben die Bienen! - wirklich...? Wer sich mit dem Gotlandprojekt und weiteren "Live and let die" (Leben oder sterben lassen) Projekten im Freiland beschäftigt hat, der weiß, dass die westlichen Honigbienen, ohne den Menschen und ohne Beimkerung, tatsächlich überleben können. Es findet eine Anpassung statt, wie genau - das weiß niemand... Passt sich die Milbe den Bienen an oder umgekehrt? Wandern vielleicht auch Pseudoskorpione erneut in die Stöcke ein? Darauf hat  in diesen Projekten bislang keiner geachtet. Sicher ist jedoch, dass in unseren Teststöcken, in denen Pseudoskorpione eingesetzt wurden, die Milbenanzahl auf ein Bienenverträgliches Maß gesunken ist - ganz ohne Chemie!

 

Natürliche Symbionten, ein Ausweg aus der Misere ?

Die Natur hat im Laufe der Evolution erstaunliche Symbiosen entwickelt, eine der Bekanntesten dieser artübergreifenden Helferbeziehungen sind die Putzerfische und Putzergarnelen in den Riffen dieser Welt. Diese schwimmen in die Kiemen und Mäuler großer Raubfische und befreien diese von Parasiten. Ähnlich wie in diesem Beispiel, gab es einst ein Putzertier der Bienen, welches früher in jedem Bienenstock zu finden war und in den letzten Jahrzehnten in totale Vergessenheit geriet, der Bücherskorpion.

 

Eine vergessene Spezies entmilbt die Bienen !

Bereits 1891 wurde ein Artikel von Alois Alfons, mit dem Namen: "Der Feind der Bienenlaus" veröffentlicht. 1951 folgte ein Forschungsbericht von Dr. Max Beier, ein weltweit anerkannter Zoologe und Pseudoskorpionforschermit dem Namen: "Der Bücherskorpion, ein willkommener Gast der Bienenvölker". Dort beschrieb er, dass die Bücherskorpione, welche in den Bienenstöcken lebten, nicht nur Wachsmottenraupen erfolgreich bekämpften, sondern auch die Bienen selbst entlausen würden. Auch Prof. Dr. Peter Weygoldt beschrieb in seinem Buch "Moos und Bücherskorpione / 1966" die Vergesellschaftung von Bücherskorpionen mit Honigbienen und die Jagd der Bücherskorpione auf Wachsmottenlarven Milben und andere Bienengäste. Diese Artikel wurden zur Initialzündung für eine umfangreiche Erforschung der Bücherskorpione, in den vergangenen 6 Jahren. Das Ziel dieser Forschung war es, die von Max Beier und Peter Weygoldt beschriebene Symbiose wieder herzustellen, sowie die Gründe des Abbruchs dieses symbiotischen Systems aufzudecken, welches seit millionen von Jahren bestand hatte und erst vor wenigen Jahrzehnten durch den Eingriff des Imkers sein Ende fand.

 

Der Bücherskorpion - Chelifer cancroides

Der Bücherskorpion gehört zu der Gruppe der Spinnentiere (Arachnida) und sind für den Menschen und für die Bienen vollkommen ungefährlich. Sie haben sich mit Hilfe des Menschen als Neozoen weltweit verbreitet und könnten daher auch weltweit in der Imkerei eingesetzt werden. Die Bücherskorpione fressen mit Vorliebe u.a. Milben, Läuse, Bienenläuse, Varroamilben, Wachsmottenlarven und Käferlarven, daher wäre mit dem Einsetzen in die Stöcke wohl auch das "Beutenkäferproblem" der USA gelöst, welches dort alljährlich etliche millionen Dollar an Schaden verursacht. Allerdings sind die Bücherskorpione in einigen Ländern (so auch in Deutschland) bereits auf der Vorwarnliste für die rote Liste, der stark gefährdeten Tierarten und äußerst selten geworden.

Sie verfügen über zwei recht lange Arme, an deren Ende sich jeweils eine Schere befindet. Diese ist gezahnt und besitzt einen endständigen langen Giftzahn, mit dessen Hilfe der Beute bereits beim Packen, Gift injiziert wird. An den Scheren befinden sich ebenfalls lange Tasthaare, mit denen er die Bewegungen kleinster Beutetiere wahrnehmen kann und sich auf diese Art und Weise auch in vollkommener Dunkelheit im Bienenstock zurecht findet.